Visby-Korvette

Kockums / Saab — Schweden — In Dienst seit 2009

Technische Daten

Verdrängung 640 t
Länge 72 m
Besatzung 43
Höchstgeschwindigkeit 35+ kn
Bewaffnung RBS 15 Mk III SSM, 57-mm-Bofors, Torpedos, Minen
Besonderheit Stealth-Design (Kohlefaser-Sandwich-Rumpf), extrem geringe Radarsignatur

Betreiber an der Ostflanke

Land Stückzahl Status Anmerkung
Schweden 5 Operativ Stationierung Karlskrona. Optimiert für Ostsee-Operationen.

Die Visby-Klasse ist die weltweit erste in Serie gebaute Stealth-Korvette und repräsentiert schwedens jahrzehntelange Expertise im Stealth-Schiffbau. Der Rumpf besteht aus einem Kohlefaser-Sandwich-Material, das Radarstrahlen absorbiert statt reflektiert — die Radarsignatur der 640-Tonnen-Korvette entspricht damit der eines kleinen Fischerboots. Alle Waffensysteme, Sensoren und Deckaufbauten sind in die glatte Rumpfform integriert, um die Signatur weiter zu minimieren.

Bewaffnet mit dem Seezielflugkörper RBS 15 Mk III, einer 57-mm-Bofors-Kanone, leichten Torpedos und Minenlege-Kapazität, ist die Visby ein Mehrzweckschiff, das Überwasser-, U-Boot- und Minenkriegsführung abdeckt. Die fünf Korvetten sind in Karlskrona stationiert und bilden das Rückgrat der schwedischen Marine in der Ostsee.

Mit dem NATO-Beitritt schwedens 2024 sind die Visby-Korvetten erstmals in die alliierte Seekriegsführung integriert. Ihre Stealth-Fähigkeiten und die Optimierung für die flachen, inselreichen Gewässer der Ostsee machen sie zu einem einzigartigen Beitrag, den kein anderer NATO-Staat in dieser Form mitbringt.

Bedeutung für die NATO-Ostflanke

Die Visby-Korvetten sind für die Ostsee-Verteidigung ein Schlüsselsystem. Ihre geringe Radarsignatur erlaubt es, in den engen Gewässern zwischen den schwedischen Schären, den dänischen Inseln und der baltischen Küste zu operieren, ohne von russischer Aufklärung erfasst zu werden. In Kombination mit dem U-Boot Klasse 212A der deutschen Marine entsteht eine Stealth-Seekriegführungsfähigkeit in der Ostsee, die die russische Baltische Flotte vor erhebliche Aufklärungsprobleme stellt.

Strategisch sichern die Visby-Korvetten die Gotland-Passage — den Flaschenhals der Ostsee, durch den jede russische Marineexpansion nach Westen führen müsste. Mit RBS 15-Flugkörpern bewaffnet, können sie feindliche Überwassereinheiten auf über 200 km Entfernung bekämpfen, ohne selbst geortet zu werden. Für die NATO ist die schwedische Visby-Klasse damit ein asymmetrischer Vorteil, der die quantitative Überlegenheit der russischen Ostseeflotte teilweise kompensiert.

Häufig gestellte Fragen

Was macht die Visby-Korvette zur Stealth-Korvette? Der gesamte Rumpf besteht aus Kohlefaser-Sandwich-Material, das Radarstrahlen absorbiert. Alle Waffensysteme und Sensoren sind flächenbündig integriert. Die Radarsignatur eines 640-Tonnen-Schiffs entspricht der eines kleinen Bootes.

Wie viele Visby-Korvetten hat Schweden? Fünf Schiffe: Visby, Helsingborg, Härnösand, Nyköping und Karlstad. Alle sind in Karlskrona stationiert und operativ.