Panzerfaust 3

Dynamit Nobel Defence — Deutschland — In Dienst seit 1992

Technische Daten

Kaliber 110 mm (60 mm Rohr)
Gewicht 12,9 kg (IT-600)
Effektive Reichweite 400–600 m
Panzerdurchschlag >900 mm RHA (IT-600 Tandem)
Besonderheit DynaRange-Visier, nachtsichtfähig

Betreiber an der Ostflanke

Land Stückzahl Status Anmerkung
Deutschland Großer Bestand Operativ Standardpanzerabwehr der Bundeswehr-Infanterie.
Estland Beschafft Operativ Ergänzend zu Javelin und NLAW.
Lettland Beschafft Operativ Eingeführt als Nahbereich-Panzerabwehr.
Litauen Beschafft Operativ In den Infanteriebrigaden verbreitet.
Finnland Großer Bestand Operativ Teil des breiten Panzerabwehr-Portfolios.
Norwegen Beschafft Operativ Ergänzt andere Panzerabwehrsysteme.
Österreich Beschafft Operativ Standardpanzerabwehr des Bundesheeres.

Die Panzerfaust 3 ist die Standard-Nahbereich-Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr und zahlreicher NATO-Armeen. Entwickelt von Dynamit Nobel Defence, verbindet sie in der IT-600-Variante mit Tandem-Hohlladung eine Durchschlagsleistung von über 900 mm RHA — genug, um jeden modernen Kampfpanzer einschließlich reaktiver Panzerung zu besiegen. Das DynaRange-Computervisier berechnet Vorhalt und Flugbahn automatisch, was die Erstschuss-Trefferwahrscheinlichkeit erheblich steigert.

An der nato-ostflanke ist die Panzerfaust 3 in bemerkenswert vielen Armeen verbreitet: deutschland, estland, lettland, litauen, finnland, norwegen und Österreich setzen sie ein. Diese Standardisierung schafft logistische Vorteile — im Bündnisfall können Munitionsbestände zwischen den Armeen geteilt werden. Die Bundeswehr hat zudem Tausende Panzerfaust 3 an die ukraine geliefert, wo sie sich gegen russische Panzer bewährt haben.

Im Vergleich zu gelenken Systemen wie Javelin und NLAW ist die Panzerfaust 3 ungelenkt, aber dafür günstiger, robuster und in der Feuerkadenz schneller. Bei Reichweiten unter 400 Metern — dem typischen Gefechtsabstand in bebautem Gelände und Wald — ist das Fehlen einer Lenkung kein Nachteil, da das DynaRange-Visier eine hohe Treffsicherheit sicherstellt.

Bedeutung für die NATO-Ostflanke

Die Panzerfaust 3 ist das deutsche Pendant zur NLAW im Konzept der massenhaften Panzerabwehr. Für die deutsche Litauen-Brigade stellt sie die primäre Nahbereichs-Panzerabwehr dar. In den baltischen Staaten, wo deutsche, estnische, lettische und litauische Verbände Seite an Seite operieren würden, ist die gemeinsame Nutzung der Panzerfaust 3 ein konkreter Interoperabilitätsvorteil.

Die IT-600-Variante mit Tandem-Hohlladung ist speziell gegen die bei russischen Panzern verbreitete Kontakt-5- und Relikt-ERA-Reaktivpanzerung ausgelegt. Über 900 mm RHA-Durchschlag nach Überwindung der ERA-Kacheln stellt sicher, dass auch modernisierte T-72B3 und T-90M verwundbar bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich die Panzerfaust 3 von Javelin und NLAW? Die Panzerfaust 3 ist ungelenkt (keine Fire-and-Forget-Fähigkeit), hat dafür aber mit >900 mm die höchste Durchschlagsleistung der drei Systeme. Sie ist günstiger, robuster und schneller nachzuladen.

Welche Variante nutzt die Bundeswehr? Primär die IT-600 mit Tandem-Hohlladung gegen ERA-geschützte Panzer und das DynaRange-Computervisier für automatische Vorhaltberechnung.

Warum setzen so viele Ostflankenstaaten die Panzerfaust 3 ein? Deutsche Rüstungsexportpolitik, bewährte Technik und logistische Standardisierung. Die gemeinsame Nutzung vereinfacht die Munitionsversorgung im Bündnisfall erheblich.