Technische Daten
| Kaliber | 110 mm (60 mm Rohr) |
|---|---|
| Gewicht | 12,9 kg (IT-600) |
| Effektive Reichweite | 400–600 m |
| Panzerdurchschlag | >900 mm RHA (IT-600 Tandem) |
| Besonderheit | DynaRange-Visier, nachtsichtfähig |
Betreiber an der Ostflanke
| Land | Stückzahl | Status | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Großer Bestand | Operativ | Standardpanzerabwehr der Bundeswehr-Infanterie. |
| Estland | Beschafft | Operativ | Ergänzend zu Javelin und NLAW. |
| Lettland | Beschafft | Operativ | Eingeführt als Nahbereich-Panzerabwehr. |
| Litauen | Beschafft | Operativ | In den Infanteriebrigaden verbreitet. |
| Finnland | Großer Bestand | Operativ | Teil des breiten Panzerabwehr-Portfolios. |
| Norwegen | Beschafft | Operativ | Ergänzt andere Panzerabwehrsysteme. |
| Österreich | Beschafft | Operativ | Standardpanzerabwehr des Bundesheeres. |
Die Panzerfaust 3 ist die Standard-Nahbereich-Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr und zahlreicher NATO-Armeen. Entwickelt von Dynamit Nobel Defence, verbindet sie in der IT-600-Variante mit Tandem-Hohlladung eine Durchschlagsleistung von über 900 mm RHA — genug, um jeden modernen Kampfpanzer einschließlich reaktiver Panzerung zu besiegen. Das DynaRange-Computervisier berechnet Vorhalt und Flugbahn automatisch, was die Erstschuss-Trefferwahrscheinlichkeit erheblich steigert.
An der nato-ostflanke ist die Panzerfaust 3 in bemerkenswert vielen Armeen verbreitet: deutschland, estland, lettland, litauen, finnland, norwegen und Österreich setzen sie ein. Diese Standardisierung schafft logistische Vorteile — im Bündnisfall können Munitionsbestände zwischen den Armeen geteilt werden. Die Bundeswehr hat zudem Tausende Panzerfaust 3 an die ukraine geliefert, wo sie sich gegen russische Panzer bewährt haben.
Im Vergleich zu gelenken Systemen wie Javelin und NLAW ist die Panzerfaust 3 ungelenkt, aber dafür günstiger, robuster und in der Feuerkadenz schneller. Bei Reichweiten unter 400 Metern — dem typischen Gefechtsabstand in bebautem Gelände und Wald — ist das Fehlen einer Lenkung kein Nachteil, da das DynaRange-Visier eine hohe Treffsicherheit sicherstellt.
Bedeutung für die NATO-Ostflanke¶
Die Panzerfaust 3 ist das deutsche Pendant zur NLAW im Konzept der massenhaften Panzerabwehr. Für die deutsche Litauen-Brigade stellt sie die primäre Nahbereichs-Panzerabwehr dar. In den baltischen Staaten, wo deutsche, estnische, lettische und litauische Verbände Seite an Seite operieren würden, ist die gemeinsame Nutzung der Panzerfaust 3 ein konkreter Interoperabilitätsvorteil.
Die IT-600-Variante mit Tandem-Hohlladung ist speziell gegen die bei russischen Panzern verbreitete Kontakt-5- und Relikt-ERA-Reaktivpanzerung ausgelegt. Über 900 mm RHA-Durchschlag nach Überwindung der ERA-Kacheln stellt sicher, dass auch modernisierte T-72B3 und T-90M verwundbar bleiben.
Häufig gestellte Fragen¶
Wie unterscheidet sich die Panzerfaust 3 von Javelin und NLAW? Die Panzerfaust 3 ist ungelenkt (keine Fire-and-Forget-Fähigkeit), hat dafür aber mit >900 mm die höchste Durchschlagsleistung der drei Systeme. Sie ist günstiger, robuster und schneller nachzuladen.
Welche Variante nutzt die Bundeswehr? Primär die IT-600 mit Tandem-Hohlladung gegen ERA-geschützte Panzer und das DynaRange-Computervisier für automatische Vorhaltberechnung.
Warum setzen so viele Ostflankenstaaten die Panzerfaust 3 ein? Deutsche Rüstungsexportpolitik, bewährte Technik und logistische Standardisierung. Die gemeinsame Nutzung vereinfacht die Munitionsversorgung im Bündnisfall erheblich.