MiG-29 Fulcrum

Mikojan-Gurewitsch (RSK MiG) — Sowjetunion / Russland — In Dienst seit 1983

Technische Daten

Besatzung 1 (A/C) / 2 (UB)
Länge 17,32 m
Spannweite 11,36 m
Leergewicht 11.000 kg
Höchstgeschwindigkeit Mach 2,25 (2.400 km/h)
Einsatzradius 710 km
Bewaffnung 30-mm-GSch-30-1, bis 4.000 kg Waffenlast
Radar N019 Topaz Pulsedoppler
Besonderheit Sowjetisches Frontjägersystem, eingeschränkte Avionik

Betreiber an der Ostflanke

Land Stückzahl Status Anmerkung
Bulgarien 11 (weniger als 6 einsatzfähig) Ausmusterung mit F-16-Zulauf Chronischer Ersatzteilmangel. Russische Wartungsverträge gekündigt.
Polen Historisch (ausgemustert) Ausgemustert / an Ukraine abgegeben 2023 an die Ukraine geliefert.

Die MiG-29 war das Standardjagdflugzeug des Warschauer Pakts und wurde in den 1980er Jahren an alle osteuropäischen Verbündeten der Sowjetunion geliefert. Als Frontjäger konzipiert, bot sie exzellente Nahkampfeigenschaften und eine robuste Zelle, litt aber unter eingeschränkter Reichweite, primitiver Avionik und hohem Wartungsaufwand. In den 2000er und 2010er Jahren wurden mehrere östliche NATO-Mitglieder mit dem Versuch konfrontiert, die MiG-29 westlich aufzurüsten — mit gemischtem Erfolg.

bulgarien betreibt als letzter NATO-Ostflankenstaat noch MiG-29 im aktiven Dienst. Von den nominell 11 Maschinen gelten weniger als sechs als einsatzfähig. Der Ersatzteilmangel — verschärft durch die Kündigung russischer Wartungsverträge nach 2022 — hat die Einsatzbereitschaft auf ein kritisches Minimum reduziert. Die Ablösung durch acht F-16 Block 70 ist im Gange.

polen hatte bis 2023 noch MiG-29 im Bestand, entschied sich dann aber, seine verbleibenden Maschinen an die Ukraine zu liefern — ein Schritt, der international Aufmerksamkeit erregte und Polens Bereitschaft unterstrich, die eigene kurzfristige Fähigkeit zugunsten der ukrainischen Verteidigung zu opfern. Die Slowakei vollzog denselben Schritt mit ihren 13 MiG-29.

Bedeutung für die NATO-Ostflanke

Die MiG-29 ist das Symbol des sowjetischen Rüstungserbes, das die NATO-Ostflanke seit drei Jahrzehnten belastet. Ihre Abhängigkeit von russischen Ersatzteilen und Wartungsketten stellte ein Sicherheitsrisiko dar: Ein NATO-Mitglied, das für die Einsatzfähigkeit seiner Kampfflugzeuge auf russische Zulieferer angewiesen ist, hat ein strukturelles Souveränitätsproblem. Der Krieg in der Ukraine beschleunigte die Ablösung — die Lieferung polnischer und slowakischer MiG-29 an Kiew war zugleich Solidaritätsakt und Befreiung von einer operativen Last.

Bulgariens verbliebene MiG-29 verdeutlichen das Problem am schärfsten: Mit weniger als sechs einsatzfähigen Maschinen kann die bulgarische Luftwaffe keine glaubwürdige Luftverteidigung aufrechterhalten. Erst mit dem Zulauf der F-16 Block 70 ab 2025 wird bulgarien erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges über ein modernes, unabhängig wartbares Kampfflugzeug verfügen.

Häufig gestellte Fragen

Welche NATO-Staaten fliegen noch MiG-29? An der Ostflanke betreibt nur noch Bulgarien MiG-29, wobei weniger als sechs von elf Maschinen einsatzfähig sind. Polen und die Slowakei haben ihre Bestände 2023 an die Ukraine abgegeben.

Warum war die MiG-29 ein Sicherheitsproblem für die NATO? Die Abhängigkeit von russischen Ersatzteilen und Wartungsverträgen bedeutete, dass Moskau die Einsatzfähigkeit eines NATO-Mitglieds indirekt kontrollieren konnte — ein unhaltbarer Zustand nach dem Überfall auf die Ukraine.

Wie viele MiG-29 wurden an die Ukraine geliefert? Polen lieferte seine verbleibenden MiG-29 (ca. 28 Maschinen inkl. Einzelteile), die Slowakei alle 13 Maschinen. Insgesamt erhielt die Ukraine über 40 MiG-29 von NATO-Staaten.