Schlüsselsystem

F-35A Lightning II

Lockheed Martin — USA — In Dienst seit 2015

Technische Daten

Besatzung 1
Länge 15,7 m
Spannweite 10,7 m
Leergewicht 13.290 kg
Höchstgeschwindigkeit Mach 1,6 (1.960 km/h)
Einsatzradius 1.093 km
Bewaffnung 25-mm-GAU-22/A-Gatling, 8.160 kg Waffenlast (intern + extern)
Radar AN/APG-81 AESA
Besonderheit Low-Observable-Stealth, Sensor Fusion, MADL-Datenlink

Betreiber an der Ostflanke

Land Stückzahl Status Anmerkung
Polen 48 bestellt (32+16) Lieferung ab 2024 Stationierung Łask und Malbork.
Finnland 64 bestellt Lieferung ab 2026 Ersatz für F/A-18C/D Hornet. Größter nordischer F-35-Auftrag.
Tschechien 24 bestellt Vertrag 2023 unterzeichnet Ersatz für geleasten JAS 39 Gripen ab ca. 2029.
Norwegen 52 Operativ Vollständig geliefert. Stationierung Ørland und Evenes.
Deutschland 35 bestellt Lieferung ab 2026 Nuklear-Teilhabe-fähig. Stationierung Büchel.

Die F-35A Lightning II ist das zentrale Kampfflugzeug der fünften Generation im westlichen Bündnis. Entwickelt von Lockheed Martin im Rahmen des Joint Strike Fighter-Programms, vereint sie Stealth-Eigenschaften, fortgeschrittene Sensorik und Netzwerkfähigkeit in einer Plattform, die als fliegendes Führungssystem konzipiert ist. Das AN/APG-81-AESA-Radar, das Distributed Aperture System (DAS) und das Electro-Optical Targeting System (EOTS) ermöglichen eine 360-Grad-Lagebilderfassung, die kein Kampfflugzeug der vierten Generation bieten kann.

An der nato-ostflanke hat sich die F-35A zum bestimmenden Rüstungsprojekt entwickelt. polen hat 48 Maschinen bestellt — den größten europäischen Einzelauftrag —, finnland 64 als Ersatz für die alternde Hornet-Flotte, tschechien 24 und deutschland 35 für die nukleare Teilhabe. norwegen hat als erster europäischer Betreiber alle 52 Maschinen erhalten und setzt sie bereits im NATO Air Policing über der Arktis ein.

Die industrielle Dimension ist erheblich: Die F-35 bindet ihre Betreiber langfristig an das US-amerikanische Logistiksystem ALIS/ODIN, was Souveränitätsfragen aufwirft, aber zugleich eine tiefgreifende Interoperabilität zwischen den Beschaffernationen schafft. In der Ostflanke entsteht damit ein dichtes Netz von F-35-Staffeln, das von Nordnorwegen bis zum Schwarzen Meer reicht.

Bedeutung für die NATO-Ostflanke

Die F-35A verändert die Luftmachtbalance an der Ostflanke fundamental. Erstmals können NATO-Mitglieder in der Region feindliche integrierte Luftverteidigungssysteme — insbesondere das russische S-400 — mit Stealth-Fähigkeiten durchdringen, ohne auf US-amerikanische Unterstützung angewiesen zu sein. Polens 48 Maschinen in Łask können innerhalb von Minuten die baltischen Staaten, die Suwalki-Lücke und den polnischen Luftraum abdecken; Finnlands 64 F-35A sichern die 1.340 km lange russische Grenze ab.

Strategisch entsteht ein Sensor-Netzwerk: Norwegische F-35 über der Barentssee, finnische über Karelien, polnische über der zentralen Ostflanke und tschechische im rückwärtigen Raum bilden ein durchgängiges Lagebild, das über MADL und Link 16 in Echtzeit geteilt wird. Für Russland bedeutet dies, dass ein Luftangriff auf NATO-Territorium gegen eine gestaffelte Stealth-Abwehr operieren müsste — eine qualitativ andere Abschreckungslage als noch 2020.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele F-35A hat Polen bestellt? Polen hat insgesamt 48 F-35A bestellt — 32 im Erstvertrag von 2020 und 16 als nachfolgende Option. Die Stationierung erfolgt in Łask und Malbork.

Welche NATO-Ostflankenstaaten beschaffen die F-35A? Polen (48), Finnland (64), Tschechien (24), Deutschland (35) und Norwegen (52, bereits geliefert). Damit werden über 220 F-35A an der Ostflanke stationiert sein.

Warum ist die F-35A für die Ostflanke besonders relevant? Die Stealth-Fähigkeit erlaubt das Operieren in Zonen, die von russischen S-400-Systemen abgedeckt werden. Zudem schafft das Sensor-Fusion-System ein vernetztes Luftlagebild zwischen allen Betreibernationen.