Technische Daten
| Reichweite | 40 km (Mörsergranaten), 100 km (Artilleriegeschosse) |
|---|---|
| Ortungsgenauigkeit | <0,3 % CEP |
| Gleichzeitige Verfolgung | 40+ Ziele |
| Besonderheit | Gegenfeueraufklärung in Echtzeit |
Betreiber an der Ostflanke
| Land | Stückzahl | Status | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Operativ | Im Einsatz | Eingesetzt bei der Artillerieaufklärung. Einsatzerfahrung in Afghanistan. |
| Tschechien | Geplant | Beschaffung in Vorbereitung | Ergänzung der Artillerieaufklärungskapazität. |
Das COBRA-Radar (Counter Battery Radar) ist ein europäisches Gegenfeuer-Aufklärungsradar, das von einem Konsortium aus Airbus, Thales und BAE Systems entwickelt wurde. Es erkennt feindliche Artillerie-, Mörser- und Raketenabschüsse, berechnet deren Ursprungsort und liefert innerhalb von Sekunden Zielkoordinaten für den eigenen Gegenschlag. Mit einer Reichweite von bis zu 100 km für Artilleriegeschosse und der Fähigkeit, über 40 Ziele gleichzeitig zu verfolgen, ist COBRA eines der leistungsfähigsten Gegenfeuerradare der NATO.
deutschland betreibt COBRA als Kernfähigkeit seiner Artillerieaufklärung und hat Einsatzerfahrung aus Afghanistan gesammelt. tschechien plant die Beschaffung, um seine wachsende Artilleriekapazität — einschließlich neuer westlicher Haubitzen — mit moderner Aufklärung zu unterstützen. Das Radar ist auf einem MAN-LKW montiert und kann innerhalb von Minuten stellungswechseln, um feindlichem Gegenfeuer zu entgehen.
Die Leistungsfähigkeit von COBRA wurde im Kontext des Ukraine-Kriegs bestätigt: Die Fähigkeit, feindliche Artillerie in Echtzeit zu orten, ist im modernen Artillerieduell überlebenswichtig — wer zuerst entdeckt wird, wird zerstört. Diese „Shoot-and-Scoot”-Dynamik hat den Wert von Gegenfeuerradaren wie COBRA dramatisch unterstrichen.
Bedeutung für die NATO-Ostflanke¶
An der nato-ostflanke wäre ein konventioneller Konflikt primär ein Artilleriekrieg — wie der Ukraine-Krieg eindrücklich bewiesen hat. Gegenfeuerradare wie COBRA sind dabei unverzichtbar: Ohne sie operieren K9, Krab und PzH 2000 im Blindflug und werden zur leichten Beute feindlicher Artillerie. Deutschlands COBRA-Systeme können im Rahmen der NATO Enhanced Forward Presence Zieldaten für verbündete Artillerie an der gesamten Ostflanke liefern.
Die geplante tschechische Beschaffung würde die Aufklärungsfähigkeit der Ostflanke erheblich stärken: tschechien liegt im rückwärtigen Raum und könnte als Artilleriedrehscheibe für die Verstärkung der Frontstaaten dienen — vorausgesetzt, die Aufklärung stimmt.
Häufig gestellte Fragen¶
Wie funktioniert ein Gegenfeuerradar wie COBRA? COBRA erfasst die Flugbahn feindlicher Geschosse und berechnet daraus den Abschussort. Innerhalb von Sekunden werden Zielkoordinaten an die eigene Artillerie übermittelt, die den Gegenangriff auf die feindliche Stellung feuern kann — idealerweise bevor der Gegner seine Position gewechselt hat.
Wie weit kann COBRA feindliche Artillerie orten? Bis zu 40 km für Mörsergranaten und bis zu 100 km für Artilleriegeschosse. Die Ortungsgenauigkeit liegt unter 0,3 % CEP — bei 50 km Entfernung also unter 150 m Abweichung.