Arthur Radar

Saab — Schweden — In Dienst seit 1999

Technische Daten

Reichweite 20–40 km (je nach Ziel)
Gewicht 3.500 kg (transportabel)
Aufbauzeit <10 min
Gleichzeitige Verfolgung 100 Ziele
Besonderheit Mobil auf Bandvagn 206 oder LKW, extrem schneller Stellungswechsel

Betreiber an der Ostflanke

Land Stückzahl Status Anmerkung
Schweden Operativ Im Einsatz Zusammen mit Archer-Haubitzen im Artillerieverbund.
Norwegen Operativ Im Einsatz Einsatz in der arktischen Brigade.
Tschechien Operativ Im Einsatz Beschaffung aus schwedischen Beständen.
Estland Geplant Beschaffung eingeleitet Stärkung der Artillerieaufklärung im Baltikum.

Das ARTHUR-Radar (ARTillery HUnting Radar) ist ein schwedisches Gegenfeuerradar, das von Saab entwickelt wurde und sich durch seine extreme Mobilität auszeichnet. Mit nur 3.500 kg Gewicht kann es auf einem Bandvagn 206, einem LKW oder sogar per Hubschrauber verlegt werden — die Aufbauzeit beträgt weniger als 10 Minuten. Das System kann bis zu 100 Ziele gleichzeitig verfolgen und feindliche Mörser-, Artillerie- und Raketenstellungen auf 20–40 km Entfernung orten.

schweden setzt ARTHUR als integralen Bestandteil seines Artillerie-Feuerverbunds zusammen mit der Archer-Haubitze ein: ARTHUR ortet feindliche Stellungen, Archer feuert die Gegenschläge — ein tödliches Duo, das den „Shoot-and-Scoot”-Ansatz perfektioniert. norwegen nutzt ARTHUR in seiner arktischen Brigade, wo die Mobilität bei extremen Witterungsbedingungen entscheidend ist.

tschechien hat ARTHUR aus schwedischen Beständen beschafft und stärkt damit seine Artillerieaufklärung. estland hat die Beschaffung eingeleitet — ein wichtiger Schritt für den kleinsten baltischen Staat, der seine Artilleriefähigkeit dringend ausbauen muss, um die glaubwürdige Abschreckung an der russischen Grenze zu stärken.

Bedeutung für die NATO-Ostflanke

ARTHUR ergänzt das COBRA-Radar an der Ostflanke mit einem anderen Fähigkeitsprofil: Während COBRA auf große Reichweite und hohe Ortungsgenauigkeit optimiert ist, punktet ARTHUR mit extremer Mobilität und der Fähigkeit, 100 Ziele gleichzeitig zu verfolgen. In den baltischen Staaten — wo schnelle Verlegung und Überlebensfähigkeit wichtiger sind als maximale Reichweite — ist ARTHUR das geeignetere System.

estlands geplante ARTHUR-Beschaffung ist strategisch bedeutsam: Im Verbund mit den K9-Haubitzen aus finnischer und südkoreanischer Lieferung und estnischer Eigenentwicklung entsteht erstmals ein vollwertiger Artillerieverbund im Baltikum, der feindliche Artillerie aufklären und bekämpfen kann. Ohne Gegenfeuerradar wäre die estnische Artillerie bei einem russischen Angriff schnell ausgeschaltet.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich ARTHUR von COBRA? ARTHUR ist leichter (3,5 vs. ~12 t), mobiler (Aufbau <10 min), kann mehr Ziele gleichzeitig verfolgen (100 vs. 40+), hat aber eine geringere Reichweite (20–40 km vs. 100 km). ARTHUR ist für mobile Kriegsführung optimiert, COBRA für großflächige Aufklärung.

Welche Ostflankenstaaten nutzen ARTHUR? Schweden, Norwegen und Tschechien betreiben ARTHUR operativ. Estland hat die Beschaffung eingeleitet. Damit wäre ARTHUR in der nordischen und baltischen Flanke breit vertreten.

Kann ARTHUR auf dem Bandvagn 206 transportiert werden? Ja. Das System ist so konzipiert, dass es auf dem schwedischen Bandvagn 206 Allgelände-Kettenfahrzeug montiert werden kann. Alternativ kommt ein LKW oder Hubschraubertransport infrage.